Junge Menschen im KGR tauschen sich aus
Am 22. November haben sich 16 junge Menschen aus verschiedenen Kirchengemeinderäten zum Austausch getroffen.
Junge Menschen sind für die Gremienarbeit in den Kirchengemeinden oft schwer zu finden. Doch in einigen Kirchengemeinden ist es gelungen, junge Menschen unter 27 Jahren als Jugendvertreter:innen in den Kirchengemeinderat zu wählen.
Auch wenn sie ganz normal gewählte Mitglieder sind, nehmen sie oft eine Sonderrolle ein, denn sie passen oft nicht in die alten, eingespielten Strukturen oder haben Vorstellungen von Kirche, welche ältere KGR-Mitglieder manchmal überfordern.
Aus diesem Grund haben die Jugendreferate Esslingen-Nürtingen, Göppingen-Geislingen und Böblingen zu einem Austauschtreffen für U27-KGRler:innen in die ArtFactory27 in Wendlingen eingeladen. Gemeinsam mit den beiden Dekanatsjugendseelsorger:innen Stefanie Walter (Dekanat Esslingen-Nürtingen) und Philipp Strauß (Dekanat Göppingen-Geislingen) bereiteten Anthony Di Paola und Ann-Kathrin Nicolai von der ArtFactory ein kreatives Programm zum Austausch und zur Reflexion vor. Die ArtFactory als kreativer Ort wurde dabei bewusst gewählt, um raus aus dem eigenen Kontext der Kirchengemeinde zu gehen und sich kreativ an diesem Ort inspirieren zu lassen.
Wie sich junge Menschen im KGR erleben
Schon bei einer bunten, malerischen Vorstellungsrunde wurde deutlich, wie wichtig es für die jungen Menschen ist, auf Gleichgesinnte zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Sie zögerten nicht, sich direkt am Anfang von ihren Erfahrungen im Gremium zu berichten und ihre jeweiligen Situationen zu schildern.
In einem ersten Schritt schauten die Teilnehmer:innen auf die vergangenen Monate seit der Wahl im März zurück. Auf dem dadurch entstandenen Zeitstrahl wurde deutlich, wie viel in den verschiedenen Gremien in so kurzer Zeit bereits passiert ist: Konstituierende Sitzung, Tag der Räte, Haushaltsberatungen, Austauschtreffen zum Prozess „Kirche der Zukunft“, Start des Jugendausschusses, aber auch lokale Events wie Patrozinium oder Maientag. Erst in dieser gesammelten Menge wurde deutlich: In den verschiedenen Kirchengemeinden ist ganz schön viel los – und es passiert echt viel Gutes.
Besondere Rolle junger Menschen
Bei all dem Erlebten sind junge Menschen oft in einer besonderen Rolle und Funktion in ihren Gremien zu erleben. Auf einer langen ausgerollten Tapete durften sich die Teilnehmer:innen anschließend kreativ austoben und sich zu Fragen wie „Was ist deine Rolle im KGR?“, „Was ist deine Motivation für dieses Amt?“ oder „Was feierst du an deiner Kirchengemeinde?“ kreativ reflektieren. Es wurde deutlich, dass die jungen Menschen ihr Engagement in der Kirchengemeinde grundsätzlich als wertvoll erleben, sie aber von außen manchmal doch auch Grenzen spüren. In einem waren sich alle einig: Den Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ haben alle schon zu oft gehört und wollen ihn in Zukunft nicht mehr hören. Auch vom Gefühl „nur Dekoration“ im Kirchengemeinderat zu sein berichtete ein junger Teilnehmer.
Junge Menschen wollen Kirche der Zukunft gestalten
Am Ende des Tages steckten sich die jungen Menschen ihre Ziele für die kommende Zeit im Kirchengemeinderat. Die große Motivation der jungen Menschen, ihre Kirche aktiv mitzugestalten wurde darin deutlich, denn sie nehmen sich richtig viel vor: Von verschiedenen Ideen für Jugendangebote bis hin zur Verbesserung der Sitzungskultur im KGR war dort vieles dabei.
Am Ende des Nachmittages waren sich alle einig: „Alles wird gut: Solange es so engagierte junge Leute wie uns gibt, sieht die Zukunft der Kirche gut aus“.
Sich gegenseitig kennen zu lernen, von anderen zu hören und sich gegenseitig zu stärken sind dabei aber wichtige Möglichkeiten für junge Menschen, um die Hoffnung darauf nicht zu verlieren und weiterhin motiviert engagiert zu bleiben.
Der Wunsch nach einem weiteren Austauschtreffen wurde bei der Verabschiedung aus der ArtFactory deutlich spürbar.
Einige Eindrücke vom Tag finden Sie in unserer Bildergalerie.


