Auf Spurensuche nach anderen kirchlichen Orten

Pastorale MitarbeiterInnen zu Besuch bei Metabo

„Früher waren hier drei Mitarbeiter für die drei Maschinen zuständig. Heute ist es noch einer“, so Attila Etike, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Metabo in Nürtingen. Irgendwie kommt das den kirchlichen MitarbeiterInnen bekannt vor. Früher gab es auch für jede Kirchengemeinde einen Pfarrer. Heute muss dieser sich um meist mehr als drei Gemeinden kümmern. Also gibt es gewisse Parallelen zwischen Industrie und Pastoral? Am vergangenen Dienstag wurden rund 40 Pfarrer, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten und -referentinnen vom Betriebsratsvorsitzenden Ulrich Büttner bei Metabo in Nürtingen begrüßt. Dekan Paul Magino bedankte sich für den herzlichen Empfang und erklärte den Grund für den Besuch: „Im Rahmen unseres pastoralen Entwicklungsprozesses `Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten` sind wir auf der Suche nach anderen Lebensräumen und Lebenswirklichkeiten“. Den Lebensraum Arbeitswelt konnten die Besucher bei Metabo ein Stück weit kennenlernen. Den Besuch möglich gemacht hat Diakon Peter Maile, der im Dekanat Esslingen-Nürtingen als Betriebsseelsorger tätig ist, u. a. auch für die Baustellen für Stuttgart 21.

Vor der Werksführung sorgte Mitarbeiter Uwe Hilsenbeck für einen herzhaften Lacher mit seinem Hinweis, man solle die Bauteile in der Produktion bitte liegen lassen. Lieber sollten die Besucher bis zum Ende der Führung warten und dann die fertigen Geräte mitnehmen. Hilsenbeck, Etike und Büttner führten die kirchlichen MitarbeiterInnen durch die Hallen von Metabo. „Wenn´s drauf ankommt - Metabo“ war an einer Wand zu lesen. Mit diesem Slogan könnte Kirche auch werben. Also noch eine Parallele zwischen Industrie und Kirche? Auffallend war, dass wenig ArbeiterInnen zu sehen waren. Erst in der Montage pulsierte das Leben. Da sah man, dass jeder Handgriff an den „Butter-und-Brot-Maschinen“ sitzen muss. Begrüßt wurde die Kooperation mit der Behindertenförderung Linsenhofen.  

Vorstandsvorsitzender der Metabo AG, Horst Gabrecht nahm sich Zeit, um die kirchlichen MitarbeiterInnen zu begrüßen. Dass sein Herz für Metabo schlägt, war schon nach wenigen Sätzen spürbar. Gabrecht stellte die Bandbreite an Produkten von Metabo vor und erzählte vom Erfolg des Betriebs. Was ist das Erfolgsrezept von Metabo, fragten die Zuhörer? Gabrecht spricht diesbezüglich von den „Metabo-Werten“: Vertrauen, Dynamik, Mut und Leidenschaft. Die Begriffe kommen den kirchlichen MitarbeiterInnen bekannt vor. Vertrauen ist eine maßgebliche Haltung im aktuellen kirchlichen Entwicklungsprozess. Vielleicht bräuchten auch die Kirchengemeinden und ihre MitarbeiterInnen eine Portion mehr Dynamik, Mut und Leidenschaft. Vom kollegialen Umgang und der guten Stimmung der Betriebsräte waren die Besucher angetan. Die Werte scheinen hier wirklich gelebt zu werden, meinte eine Besucherin beim Hinausgehen. So war es ein inspirierender Nachmittag, der überraschende und unerwartete Parallelen ans Licht brachte.