Christen bekennen sich zum Frieden

„Wir sprechen uns gegen Waffenhandel aus, weil dieser den Tod von Menschen bedeutet und Kriege fördert“, so Dekanatsreferentin Gabriele Greiner-Jopp. Rund 80 Menschen waren gekommen, um vor den Stuttgarter Messehallen ein sichtbares Zeichen für den Frieden zu setzen.

Cäcilia Branz

Das Herzstück der Aktion „Welt.Friede.Gebet“ war das gemeinsame Beten des Bekenntnisses zu Frieden und Gerechtigkeit. Dieses Glaubensbekenntnis wurde 1990 von der Weltversammlung der Christen in Seoul verfasst. Es heißt darin: „Wir glauben nicht an das Recht des Stärkeren, an die Stärke der Waffen, an die Macht der Unterdrückung.“ Es endet mit den Worten: Wir glauben „an den Frieden auf Erden.“ Das Friedensgebet gegen die Internationale Waffenmesse ITEC wurde von dem Katholischen Dekanat Esslingen-Nürtingen veranstaltet zusammen mit der Katholischen Seelsorgeeinheit Leinfelden-Echterdingen, pax christi Rottenburg-Stuttgart und dem Friedenspfarramt der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Teilgenommen haben Vertreter des Diözesanrates und der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft sowie Mitglieder verschiedener Friedensinitiativen und Verbände, sowie Mitglieder der Mahnwache am Westtor. Geleitet wurde das Friedensgebet von Dekan Paul Magino, ebenfalls Mitglied des Diözesanrates.
Der Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat bereits am 3. März eine Erklärung veröffentlicht mit dem Titel: Keine Rüstungsmessen in der Landesmesse Stuttgart. Darin heißt es: „Als Teil der weltweiten Kirche, die auch Anwalt der Länder des globalen Südens und insbesondere der Opfer von Krieg, Waffenhandel und Unrechtsstrukturen ist, halten wir es für einen Skandal, dass auf der Stuttgarter Messe für den Handel mit Kriegstechnik und -software geworben und Krieg simuliert wird. Wir sehen in dieser Messe einen Beitrag zur Schaffung von Fluchtursachen, zur Anwendung von Gewalt in Konflikten sowie zum Missbrauch von Ressourcen, die für Bildung und Entwicklung dringend notwendig wären. (…) wir warnen vor den fatalen Folgen „immer perfekterer Waffensysteme“, wie sie auf der ITEC angeboten werden.“

Bereits in seiner Videobotschaft vom Juni 2017 findet Papst Franziskus klare Worte: „Es ist ein absurder Widerspruch, wenn man vom Frieden spricht und Friedensverhandlungen führt, gleichzeitig aber den Waffenhandel fördert oder zulässt.“ Die Aufforderung des Papstes lautet: „Beten wir alle gemeinsam, dass die nationalen Führer sich fest entschließen, den Waffenhandel zu beenden, dem so viele unschuldige Menschen zum Opfer fallen.“

ITEC steht für „International Forum for the Military Simulation, Training and Education Community“.