Menschen und Schicksale

Benefizlesung zugunsten der katholischen Familienpflege im Buchdienst Wernau

Foto: Petra Bail, von links nach rechts: Hanna Letens, Pia Rosenberger und Felix Häsler im Hintergrund

Einen facettenreichen Abend versprach Buchhändlerin Hanna Letens vom Buchdienst Wernau zum Auftakt der Benefizlesung zugunsten der Familienpflege im Katholischen Dekanat Esslingen-Nürtingen. Der freundliche Buchladen war gut gefüllt mit Menschen, die sich von Pia Rosenberger in die Welt der Renaissance entführen ließen. Die Esslinger Autorin, Journalistin und Stadtführerin Petra Weber-Obrock, die unter dem Pseudonym Pia Rosenberger inzwischen ihren vierten Historienroman veröffentlichte, hatte sich bereit erklärt, aus ihrem jüngsten Werk, „Die Prinzessin der Kelche“, zu lesen. In ihrem Roman, der in Esslingen, Urach und auf der Schwäbischen Alb im Jahr 1530 spielt, steht das Schicksal der 17-jährigen Leontine, die eine besondere Gabe hat, im Mittelpunkt.

Es war nicht nur die Reise durch die mittelalterliche Stadt in der Zeit des Umbruchs kurz vor der Reformation und zu Beginn der Hexenverfolgung, die die Zuhörerinnen und Zuhörer bewegte. Im Gespräch zwischen Hanna Letens und der Autorin erfuhr das Publikum beispielsweise, dass die Krimigeschichte um Leontine und ihre Familie ausgedacht, der geschichtliche Hintergrund aber sorgfältig recherchiert ist. Die Inspiration zu den Romanen erhält Pia Rosenberger durch ihre Tätigkeit als Stadtführerin in Esslingen. Und sie vermeidet ganz bewusst eine künstliche, altertümliche Sprache, was die Lebensgeschichten ihrer Protagonisten so menschlich erscheinen lässt.

Um Menschen und Schicksale im Alltag geht es auch bei der Tätigkeit der katholischen Familienpflege, erzählt Einsatzleiterin Bettina Betzner, die 25 Fachkräfte des sozial-karitativen Dienstes im ganzen Landkreis Esslingen koordiniert. Die Familienpflegerinnen kommen dann, wenn’s brennt, wenn der Lebensalltag von Familien mit Kindern in Not- und Krisensituationen nicht mehr selbständig bewältigt werden kann – etwa bei Unfall, Operation oder schwerer Krankheit eines Elternteils. Wichtig ist es ihr, diesen Dienst auch über Veranstaltungen bekannt zu machen. Die Besucher und Besucherinnen seien Multiplika­toren, die die Information über die Möglichkeiten der Familienpflege in die Nachbarschaft weitertragen können.

Felix Häsler begleitete den Abend musikalisch passend mit stimmungsvoller Renaissance­musik für Gitarre.