Plädoyer für einen Dialog in Respekt und Offenheit

Die Delegierten des Dekanats Esslingen-Nürtingen informieren über die wichtigsten Ergebnisse der Vollversammlung des 9. Diözesanrats am 20. und 21. Mai 2011 im Kloster Schöntal.

Schwerpunkt Dialog- und Erneuerungsprozess

Zu Beginn der Vollversammlung plädierte Dr. Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats und gewählter Vertreter des Dekanats Esslingen-Nürtingen, für ein weites Verständnis des Begriffs „Dialog“. Über den Austausch von Worten und Gedanken hinaus gehe es um ein tiefes und von Liebe erfülltes Eintauchen in die Persönlichkeit des Gegenüber, ein authentisches Wahrnehmen von Empfindungen und Gefühlen und von all dem, was einen Menschen in der inneren und äußeren Schönheit seiner Person ausmache. Nur so werde Dialog zur Haltung der Offenheit, des gegenseitigen Respekts und der Bereitschaft, Emotionen und Erkenntnisse wachsen und reifen zu lassen, die zu Neuem, möglicherweise Unverhofftem und Unerwartetem führen. Schon bald müssten notwendige Veränderungen beherzt umgesetzt werden.

Bischof Gebhard verwies auf den bereits laufenden Dialogprozess, in den er bereits intensiv eingebunden sei. Kirche wolle diakonisch sein. Anknüpfend an das jesuanische Wort gehe es um das Dienen und nicht um das Bedientwerden. Das normative Bild von Kirche sei für das Zweite Vatikanische Konzil das des Miteinanders. Laien seien keine Mitarbeiter des Klerus, sondern selbst für Leben und Handeln der Kirche verantwortlich. Er verwies auf das Beispiel des Jugendforums, mit dem ihm 60 Empfehlungen überreicht wurden, die innerhalb von zwei Jahren einer verbindlichen Überprüfung unterzogen werden sollen. Sowohl hinsichtlich der Beteiligung der Menschen als auch thematisch sei der Prozess breit angelegt. Noch vor Pfingsten solle eine Arbeitshilfe zum Erneuerungsprozess erscheinen. In den nächsten Wochen werde ein interaktiver Internetauftritt freigeschaltet.

Die Diözesanräte mahnten an, den Dialogprozess zeitnah zu konkretisieren, Hilfestellungen für eine strukturierte und methodisch ausgearbeitete Teilnahme am Dialogprozess zu geben und die Ergebnisse der Dialoge zu sichern. In 14 Arbeitsgruppen befassten sie sich mit Themen des Dialog- und Erneue-rungsprozesses. Favoriten waren: Gemeindeleitung vor Ort mit Beauftragung von Laien und Trennung von Seelsorge und Verwaltung, bischöfliche Dispens für in konfessioneller Verbindung lebende Paare zum Empfang der Hl. Kommunion, Diakonat der Frau, verständliche Sprache in der Kirche sowie Überprüfung des Zölibats als unbedingte Voraussetzung für den priesterlichen Leitungsdienst.

 

Finanzielle Rückstellungen für Heimkinderfonds und neues Gebets- und Gesangbuch

Der Diözesanrat beschloss, die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit einer Rückstellung in Höhe von 1,9 Millionen Euro am Heimkinder-Entschädigungsfonds zu beteiligen, der von Bund, Ländern und Kirchen gemeinsam finanziert werden soll.

Für das neue, allerdings frühestens 2013 erscheinende Gebets- und Gesangbuch sollen insgesamt 600.000 Euro zurückgelegt werden, um den Verkaufspreis zu senken.

 

Wahlen

In einem echten „Wahlmarathon“ wurden weitere Ausschüsse und Arbeitsgruppen gebildet und Vertreterinnen und Vertreter des Diözesanrats in diözesane und überdiözesane Gremien entsandt. Aus unserem Dekanat wurde Dekan Paul Magino erneut in das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken und Bettina Betzner in den Diözesanausschuss Familie gewählt.