Sie kriegen es gebacken!

Landrat und Dekane backen mehr als 350 Doppelwecken in Beuren

Es war eine lockere, humorvolle Atmosphäre, in der am Samstag im Freilichtmuseum Beuren die evangelischen und katholischen Dekane mit Landrat Heinz Eininger und Dezernatsleiterin Monika Dostal Doppelwecken formten und verzierten. Unterstützt wurden sie dabei tatkräftig von den Backfrauen Tabea Schmauder und Birgit Schäfer. Viel schneller als gedacht füllte sich ein Blech nach dem anderen. Landrat Eininger war ganz in seinem Element. Er koche gern, verriet er den Dekanen. Beim Kochen könne er kreativ sein. Beim Backen meinte er, müsse alles streng nach Rezeptvorgaben verlaufen. Doch dann kreierte Eininger spontan die „Einingers“: knusprige Doppelwecken mit eingeritztem Kreuz.

Hoch zufrieden trugen die Bäcker und Bäckerinnen die Bleche mit den Doppelwecken von der Pädagogikscheune ins Backhaus. Während sich der Duft frischer Brötchen auf dem Platz vor dem Rathaus immer mehr verbreitete, spielte die Bläsergruppe des Bezirks Kirchheim unter Leitung von Monika Röhm. „Kommt mit Gaben und Lobgesang“ wurde mit den Besuchern gesungen. Pfarrer Christoph Schubert aus Neuffen, Landrat Eininger und Dekan Michael Waldmann suchten den Schatten unter der Linde vorm Backhaus. Im Gespräch verriet Waldmann, dass er Brot am liebsten mit Quark esse. Eininger mag gern lauwarmes Bauernbrot, wobei er einen Teller Nudeln auch super findet. Beide Amtsträger schätzen das Essen in Gemeinschaft mit ihren Familien. Brot verdiene in unserer Überflussgesellschaft mehr Aufmerksamkeit, so Eininger. Ihn ärgere der achtlose Umgang mit Brot. Auf die Verantwortung im Umgang mit Brot verwies auch Dekanatsreferentin Barbara Strifler im zweiten Talk um 12 Uhr. Wenn die Vesperbox der Kinder noch gut gefüllt am Abend aus dem Schulranzen geholt wird, dann fällt es ihr schwer, das Brot zu entsorgen. Dekan Bernd Weißenborn verriet im Gespräch mit Pfarrerin Margret Oberle, dass frisch gebackenes Brot bis heute in ihm Erinnerungen an seine Kindheit auf dem Bauernhof wecke. Weißenborn erinnerte an Martin Luther, der einmal sagte, Brot ist viel mehr als nur ein Backerzeugnis. Das tägliche Brot war für Luther auch Frieden, Vergebung, Haus und Hof, Gesundheit, Freundschaft. Das gibt Menschen Nahrung früher und heute. Passend dazu sangen die Gäste anschließend mit dem Duo „Zwischentöne“ den Kanon „Danket, danket dem Herrn“. Der dritte Talk um 13 Uhr wurde von dem Kinderchor „Kids Chorios“ aus Unterlenningen mitgestaltet. Passend zur Geschichte vom „Bäcker aus Paris“ sangen die Kinder in ihren leuchtend orangen T-Shirts „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blühlt“. Volker Weber, stellvertretender katholischer Dekan, erzählte im Gespräch mit Dekanatsreferentin Ute Rieck von seinem Jahr in Rom. Dort wurde ihm deutlich, dass wir in Deutschland eine schmackhafte und vielfältige Brotkultur haben. Bald musste jeder Besucher Brot aus Deutschland mitbringen.

Dass Brot für Heimat steht, bestätigten Dekan Rainer Kiess und Dekanin Renate Kath. Beim Erzählen vom selbstgebackenen Hefezopf mit Mandelsplittern und frischer Marmelade lief den Zuhörern das Wasser im Mund zusammen. Die Kinder durften im Anschluss selbst Doppelwecken formen und verzieren. Mit viel Ausdauer und Hingabe wurden die Bleche von den 15 Kindern ein drittes Mal gefüllt und voller Stolz zum Backhaus getragen. Leider musste der vierte Talk aufgrund des Wetters abgesagt werden. Doch Museumsleiterin Steffi Cornelius lud die Veranstalter spontan ein, die BrotZeit 2018 zu wiederholen. „Das ist ein tolles Format, das gut hier in unser Museumsdorf passt“, so Cornelius.

Die restlichen Doppelwecken wurden großzügig verteilt. Auch das 24-Stunden-Schwimmen in Wendlingen profitierte von über 100 Doppelwecken. Voller Freude wurde die Spende entgegengenommen. „Die haben uns gerade noch gefehlt“, meinte die Küchenhelferin mit einem Strahlen im Gesicht.

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.