Die Diözese Rottenburg-Stuttgart macht sich auf den Weg

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart soll zukunftsfähig sein. Sie reagiert damit auf die aktuellen Herausforderungen. Im Sinne der Synodalität sind alle Mitglieder der Kirchengemeinden eingeladen, sich aktiv am Prozess zu beteiligen und die Kirche der Zukunft mitzugestalten. 

Der Prozess „Kirche der Zukunft" umfasst verschiedene Programme wie etwa „Seelsorge in neuen Strukturen“, „Räume für eine Kirche der Zukunft“, „Digitalstrategie“ und „Mittelfristige Finanzplanung (Kurie)“. Die Projekte sind eigenständig, aber eng aufeinander abgestimmt und werden von interdisziplinär besetzten Teams geleitet.

Warum sind Veränderungen notwendig?

Mitgliederrückgang:
Aufgrund der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung, aber auch Austritten aus der katholischen Kirche und abnehmenden Taufzahlen geht die Mitgliederzahl in unserer Diözese signifikant zurück.

Sinkende Finanzmittel:
Bedingt durch Inflation, Personal- und Baukostenentwicklung sinkt die Kirchensteuerkraft. Das bedeutet, dass mit den vorhandenen Finanzmitteln deutlich weniger finanziell zu leisten ist. 

Rückgang des pastoralen Personals in allen Berufsgruppen: 
In den kommenden Jahren werden deutlich mehr Mitarbeitende in den Ruhestand treten, als neue hinzukommen.

Veränderte pastorale Anforderungen:
Die Anforderungen an die Katholische Kirche haben sich verändert. Die sozialen Leistungen der Kirche sind für die Mehrzahl der Menschen in Deutschland wichtiger als die religiösen. Insbesondere in Hoch- und Krisenzeiten wünschen sich viele Menschen eine Begleitung durch die Kirche.

Seelsorge in neuen Strukturen

Strukturen sollen Seelsorge ermöglichen. 

Um die Ziele des Projekts zu erreichen, die begrenzten Personalressourcen bedarfsgerecht einzusetzen, die begrenzten finanziellen Mittel wirkungsvoll zu verwenden und schlanke und effiziente Verwaltungsstrukturen zu schaffen, sollen sich Strukturen verändern, Kirchengemeinden zusammenschließen und die Leitung der Kirchengemeinden weiterentwickelt werden. 

Bildung größerer Raumschaften

Derzeit besteht die Diözese Rottenburg-Stuttgart aus 1.020 Kirchengemeinden. Jede dieser Kirchengemeinden ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und ist damit verpflichtet, einen eigenen Haushalt und einen Jahresabschluss aufzustellen. Jede dieser Kirchengemeinden hat Personal angestellt, viele betreiben einen Kindergarten und/oder andere soziale Einrichtungen. Dies bedeutet, dass Pfarrer, Diakone, Pastoralreferent:innen, Gemeindereferent:innen und ehrenamtlich Engagierte viel mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt sind und dadurch weniger Zeit für seelsorgerische Aufgaben haben. Durch das Programm „Seelsorge in neuen Strukturen“ soll sich das ändern, indem durch die Bildung neuer, größerer Kirchengemeinden die Anzahl der Körperschaften öffentlichen Rechts deutlich reduziert wird. Hierzu werden aus den aktuellen 1.020 Kirchengemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bis zum Jahr 2030 50 bis 80 neue Kirchengemeinden über den Weg der Union gebildet. 

Weitere Informationen zur Bildung der Raumschaften erhalten Sie im folgenden YouTube-Video:

Kirche der Zukunft im Dekanat Esslingen-Nürtingen

Unser Dekanat besteht derzeit aus 31 Kirchengemeinden sowie 8 Gemeinden Katholiken anderer Muttersprachen. Organisiert sind diese in 14 Seelsorgeeinheiten, die z.T. auch Gesamtkirchengemeinden sind. 
Künftig werden auch wir deutlich weniger Kirchengemeinden auf unserem Gebiet haben. Wie viele es genau werden, wird nun in den nächsten Monaten erarbeitet. Dazu hat sich nun die Steuerungsgruppe gegründet.

Zur Steuerungsgruppe gehören:
Dekan Volker Weber
Stv. Dekan Stefan Möhler
Dekanatsreferent Bernhard Wuchenauer
Dekanatsreferentin Monika Scafuro
Rechnungsführer Rainer Schrimpf
Gew. Vorsitzende des Dekanatsrats Esther Lang

Am 21.01.2026 haben wir dazu in Wendlingen über 100 Mitglieder aus Kirchengemeinderäten und Pastoralteams informiert. Dabei haben wir eine mögliche Aufteilung des Dekanats in vier Raumschaften vorgestellt. Einen ausführlichen Artikel dazu können Sie hier lesen.

Am Studientag der Mittleren Ebene haben wir die Vorschläge der Kirchengemeinden zur Aufteilung in die neuen Kirchengemeinden eingebracht. (Einen Artikel über diesen Tag können Sie hier nachlesen)
Nach der Zusammenstellung aller Dekanate hat sich gezeigt, dass die Planungen derzeit im vom Diözesanrat vorgegebenen Zielkorridor bleiben. 

Eine neue Karte mit dem derzeitigen Stand der neuen Kirchengemeinden können Sie hier anschauen. Diese muss nun in den Kirchengemeinderäten bis zu den Sommerferien über ein Votum bestätigt werden.

Geistlicher Visionsprozess

Für die großen anstehenden Veränderungen in unserer Diözese gibt es eine Vision, die uns in unserem Handeln, unseren Überlegungen und unseren Entscheidungen leitet und inspiriert. Die Visionsbausteine machen sichtbar, wozu, wofür und wie wir Kirche sind. Sie wollen ermutigen und bestärken. 
Die Visionsbausteine bestehen aus sieben Begriffspaaren und einem Begriffstrio. 
Die sieben Begriffspaare sind Eigenschaften der Kirche der Zukunft an vielen Orten, wie sie handelt und wie sie wirksam wird. Sie sind keine Festlegungen, sie wollen ansprechen und locken. 
Das Begriffstrio zeigt ihre Verbindung zu Gott auf, aus dem sie lebt und dessen Auftrag sie erfüllt. 
Alle kirchlichen Orte sind eingeladen, sich mit der Vision zu beschäftigen. Die unterschiedlichen Orte können innerhalb der Vision Schwerpunkte setzen. Ein leeres Feld lässt die Möglichkeit, dass jeder kirchliche Ort ergänzen kann, was für ihn und für seine Situation darüber hinaus wichtig ist. 
Je nach kirchlichem Ort, nach den Charismen und Bedarfen der Menschen, werden die Begriffspaare anders wichtig. Es gibt nicht richtig oder falsch; es gibt Vielfalt auf einem gemeinsamen Fundament, das trägt. 

Die Visionsbausteine können hier als Legespiel bestellt werden: Mit dabei ist auch eine Anleitung, wie man mit den Visionsbausteinen arbeiten kann. Die Postkarte mit den Visionsbausteinen kann in größerer Stückzahl gesondert
bestellt werden.

Räume für eine Kirche der Zukunft

Das im Jahr 2024 gestartete Projekt „Räume für eine Kirche der Zukunft“ hat das Ziel, den nicht-sakralen Gebäudebestand der Kirchengemeinden so weiterzuentwickeln, dass er zukunftsfähig, nachhaltig und gemeinwohlorientiert genutzt werden kann. 

Dazu erarbeiten Zukunftsausschüsse auf Ebene der Seelsorgeeinheiten seit 2024 Optionen, um 30 % der beheizten, nicht-sakralen und kirchensteuerfinanzierten Flächen im Eigentum der Kirchengemeinden abzubauen – durch Verkauf, Vermietung, Verpachtung oder Kooperation. Diese Reduktion ist notwendig, damit der verbleibende Gebäudebestand bis 2040 klimaneutral saniert und dauerhaft unterhalten werden kann. Die Zukunftsausschüsse werden dabei von Regionalmanager Ulrich Krämer begleitet.

Im Jahr 2026 beginnt die Entscheidungsphase: Die entwickelten Vorschläge werden den Kirchengemeinderäten zur Beschlussfassung vorgelegt und mit den weiteren Überlegungen im Dekanat in Bezug auf das Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ abgeglichen. Parallel dazu entstehen in den neuen Raumschaften Konzepte für eine sinnvolle und gemeinwohlorientierte Nutzung der verbleibenden Gebäude. Hierbei werden sowohl externe Kooperationspartner:innen als auch die sakralen Gebäude einbezogen. Begleitend dazu werden Maßnahmen fortgeführt, die zur Erreichung der Klimaneutralität beitragen, beispielsweise der Ausbau von Photovolaik-Anlagen, die energetische Sanierung von Gebäuden oder die Optimierung von Heizungen. 

In unserem Dekanat stehen wir an unterschiedlichen Stellen. In allen Seelsorgeeinheiten und Gesamtkirchengemeinden haben sich bereits Zukunftsausschüsse gegründet. In Wernau wird beispielsweise die Kirche St. Magnus zu einem modernen Gemeindezentrum mit Kirche umgestaltet. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der Gesamtkirchengemeinde. Auch in Ostfildern und Filderstadt sind bereits erste Entscheidungen im Rahmen des Immobilienprozesses gefallen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen

Newsletter der Diözese
In ihrem monatlichen Newsletter informiert die Diözese über das Projekt “Kirche der Zukunft” mit all seinen aktuellen Entwicklungen. Den Newsletter können Sie hier abonnieren
Webseiten der Diözese
Auf der Homepage www.kirche-der-zukunft.drs.de erhalten Sie viele grundsätzliche und spezielle Informationen zu den verschiedenen Projekten. Sie finden dort auch ein Glossar sowie Antworten auf häufige Fragen zu den Projekten.
Newsletter des Dekanats
Auch wir informieren in unserem Newsletter regelmäßig über das Projekt Kirche der Zukunft - vor allem darüber, was dies für unser Dekanat bedeutet und wie die verschiedenen Kirchengemeinden sich auf den Weg machen. Den Newsletter können Sie hier abonnieren.